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08.03.2022

Pressemitteilung zum Weltfrauentag 8. März 2022

Heidelberg, 8.3.22 Anlässlich des 8.März und der bestehenden Strukturen und Verhältnisse für Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen streiken heute Mitarbeiterinnen des Autonomen Frauenhauses Heidelberg sowie Frauenhäuser in ganz Deutschland.

 

Mitarbeiterinnen in Frauenhäusern- Überlastet, ungesehen, unbezahlt

Mit unserer Arbeit in den Frauenhäusern begleiten wir nicht erst seit der Covid-Pandemie unter prekären Bedingungen gewaltbetroffene Frauen und Kinder. Es fehlt an Personal, Zeit und Geld, um die Frauen und Kinder angemessen unterstützen zu können. Wir kommen an unsere körperlichen und psychischen Grenzen und bekommen nicht genug Sichtbarkeit, Anerkennung und Entlohnung.

Daneben gibt es historisch gewachsene gesellschaftliche Strukturen wie Rassismus und Misogynie, von denen sowohl viele der Bewohnerinnen in den Frauenhäusern als auch die Mitarbeiterinnen betroffen sind und Unterdrückung erfahren.

Aussagen wie die Folgenden sind alltäglich in der Frauenhausarbeit:

„Bei diesen Arbeitsbedingungen finden wir keine neuen Frauenhausmitarbeiterinnen.“ Frauenhausmitarbeiterinnen sind vielerorts untertariflich bezahlt und leisten wegen fehlenden Personals eine große Anzahl an Überstunden. Wir fordern einen ausreichenden Personalschlüssel und tarifliche Bezahlung.

„Ich fühle mich so machtlos.“ Zum Alltag von Frauenhausmitarbeiterinnen gehört der belastende Umgang mit struktureller Gewalt, wir können nicht mehr: Abschiebeandrohungen gegenüber gewaltbetroffenen Frauen müssen enden und es muss eine finanzielle Existenzsicherung geschaffen werden.

„Ich habe Angst, dass eine der Frauen in unserem Frauenhaus ermordet wird“.

Frauenhausmitarbeiterinnen sind täglich der Gefahr eines Femizids in ihrem nächsten Umfeld ausgesetzt. Dieser Druck führt auf Dauer zu einer psychischen Belastung, deren Ursachen politisch anerkannt und nach den Vorgaben der Istanbul- Konvention bekämpft werden müssen.

„Ich habe es satt, als Frau abgewertet zu werden.“ Frauenhausmitarbeiterinnen sind im Umgang mit Behörden und Gerichten oft einer alltäglichen Misogynie ausgesetzt. Stattdessen muss die Expertise anerkannt und ernst genommen werden.

So kann es nicht weitergehen!

Um uns gegen diese Verhältnisse zur Wehr zu setzen und ökonomischen sowie gesellschaftlichen Druck aufzubauen, braucht es einen feministischen Streik! Für eine Ende der Gewalt an Frauen und ihren Kindern!


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