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16.09.2026

Pressemitteilung zum Weltkindertag 2026

Gewaltschutz und Prävention für Kinder und Jugendliche in Heidelberg

Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, sowohl in unserem Frauenhaus als auch in unseren Beratungsstellen ist ein wichtiger Baustein, um Gewalt gegen Frauen, Lesben und TINA sowie ihre Kinder endlich zu beenden. Das ist insbesondere auch vor dem Hintergrund dessen elementar, da Kinder und Jugendlichen meist selbst physische und/oder psychische Gewalt erleben - entweder als direkte Betroffene oder als Zeug*innen der sog. Häuslichen Gewalt. Dabei führt auch das indirekte Miterleben der Gewalt an ihren Müttern, zu einer Gewaltbetroffenheit der Kinder und Jugendlichen. Im Jahr 2025 haben wir in unserem Verein (Frauenhaus, Sofortaufnahme, Interventionsstelle für Frauen und Kinder, Nachgehende Beratung nach dem Frauenhausaufenthalt)) rund 190 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterstützt, begleitet und gestärkt. Allein im Frauenhaus mussten wir 125 Kinder zusammen mit ihren Müttern abweisen, weil sie aufgrund von Platzmangel oder fehlender Finanzierung des Frauenhausaufenthalts nicht im Frauenhaus aufgenommen werden konnten. Neben der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen setzen wir uns auch politisch, sowohl kommunal als auch in unseren bundesweiten Netzwerken für die Rechte von gewaltbetroffenen Kindern und Jugendlichen ein. Noch immer weist die Umsetzung der Istanbul-Konvention (IK) in Deutschland große Lücken auf. Die Artikel 31 und 51 der IK geben vor, dass in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren Partnerschaftsgewalt berücksichtigt werden muss. Die Bundesregierung hat einen ersten Gesetzentwurf für entsprechende Reformen im Kindschaftsrecht vorgelegt, ob und wann diese jedoch geltendes Recht werden, ist ungewiss. Um Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene in unserem Verein weiterhin angemessen und
nachhaltig begleiten und unterstützen zu können benötigen wir:


• genügend Plätze für Frauen und ihre Kinder im Frauenhaus.

• eine auskömmliche, sichere und langfristige Finanzierung unserer Arbeit.

• sensibilisierte Fachkräfte in angrenzenden Professionen.

• Ein starkes und stabiles Hilfesystem und Netzwerk in Heidelberg.


Um das Leben und den Alltag im Frauenhaus aus Kindersicht zu erleben, schätzen und empfehlen wir das Buch Keine Party ist auch keine Lösung von Anna Maria Praßler. Mit gutem Grund, wie wir finden, ist das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Im Juli 2026 konnten wir die Autorin zu einer Lesung in Heidelberg begrüßen und über das Leben und den Alltag von Kindern im Frauenhaus ins Gespräch kommen.


Quellen:
vgl. auch Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., Empfehlungen des Deutschen Vereins für eine Reform des Familien- und Familienverfahrensrechts unter Berücksichtigung von häuslicher Gewalt, 20.09.2022. Online abrufbar: https://www.deutscher-verein.de/empfehlungen-stellungnahmen/detail/empfehlungen-des-deutschen-vereins-fuer-eine-reform-des-familien-und-familienverfahrensrechts-unter-beruecksichtigung-von-haeuslicher-gewalt/.

 

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